Deutsche Parteien im Vergleich – welche gibt es und wofür stehen sie?

Gemäß der Verfassung besteht die Aufgabe der politischen Parteien darin, den politischen Willen der Menschen mitzugestalten.

Die Ernennung von Kandidaten für politische Ämter und die Organisation von Wahlkampagnen erhalten somit den Rang einer verfassungsmäßigen Aufgabe. Aus diesem Grund entschädigt der Staat die Parteien für die im Wahlkampf entstandenen Kosten. Die Erstattung an die Parteien der Kosten, die während des Wahlkampfs zum ersten Mal in Deutschland getätigt wird, ist heute üblich in den meisten Demokratien. Gemäß der Verfassung sollten politische Parteien auf demokratischen Prinzipien aufbauen. Von ihnen wird erwartet, dass sie sich an einen demokratischen Staat halten.

Parteien sind Formen des sozialen Ausdrucks. Sie tragen alle Risiken, die mit dem Scheitern der Wahlen, dem Abgang der Mitglieder und dem mangelnden Konsens in personellen und politischen Fragen verbunden sind.

Die Größten Politischen Parteien im Bundestag sind

  1. Christlich Demokratische Union (CDU)
  2. Christlich-Soziale Union (CSU)
  3. Sozialdemokratische Partei Deutschlands(SPD)
  4. Union 90 / Grüne

CDU und CSU

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden christdemokratische und christlich-soziale Unionen gegründet. Beide Parteien bringen in erster Linie die Interessen der Wirtschaftsvertreter, des Agrarsektors und der Angestellten (Manager, technische Arbeiter und anderen Arbeitnehmer, hauptsächlich der «Oberstufe» und «Mittelstufe») zum Ausdruck und werden in den südlichen Regionen des Landes besonders gut unterstützt. Der CDU / CSU-Block steht für die Gewährleistung privater Eigentumsrechte und die weitere Entwicklung einer sozial ausgerichteten Marktwirtschaft in Deutschland sowie für die Vertiefung der Integration des Landes in die wirtschaftlichen und militärischen Strukturen Europas. Die CDU war die Regierungspartei 1949–1969, als so prominente Politiker wie Konrad Adenauer und Ludwig Erhard an der Spitze des Landes standen und 1982 unter der Führung von Helmut Kohl in Koalition mit der FDP an die Macht zurückkehrten.

Sozialdemokratische Partei Deutschlands

Die SPD wurde 1875 durch den Zusammenschluss von Anhängern von Karl Marx und Ferdinand Lassalle gegründet und wurde während der Weimarer Republik zur größten Partei Deutschlands. Anschließend wurde sie von den Nazis besiegt. Nach dem Tod ihres Anführers Kurt Schumacher (1952) entfernte sich die SPD allmählich von ihrer marxistischen Vergangenheit.

Die wichtigsten Hochburgen der SPD sind Industriestädte und nördliche Häfen des Landes. In den achtziger Jahren schwächte sich der Einfluss der Partei erheblich ab, und zwar infolge von Verschiebungen in der Wirtschaft, in deren Struktur die Rolle des verarbeitenden Gewerbes abnimmt. Die SPD, angeführt von Willy Brandt und Helmut Schmidt, war von 1969 bis 1982 in Koalition mit der FDP in Westdeutschland an der Macht.

Freie Demokratische Partei

Die am 1948 gegründete FDP vereinte verschiedene sozialliberale Gruppen, einschließlich derer, die seit der Vorkriegszeit erhalten geblieben waren. FDP war lange Zeit die drittgrößte Partei in der Bundesrepublik Deutschland. Ihr Programm betont die Notwendigkeit, die individuellen Rechte und Freiheiten zu respektieren. Unterstützung findet die Partei in der Mittelklasse, insbesondere von Vertretern kleiner Unternehmen.

Der Führer der FDP war lange Zeit Hans Dietrich Genscher, ein aktiver Befürworter der europäischen Integration und Einigung Deutschlands. Nach seinem Rücktritt wurde die Partei von Wolfgang Gerhardt geführt.

Grüne

Die Grüne Partei entstand 1979 auf Bundesebene aus der Vereinigung mehrerer regionaler Umweltgruppen. Nachdem sie im Jahr 1983 zum ersten Mal pazifistische Parolen in ihr Programm aufgenommen und Forderungen nach der Entflechtung kapitalistischer Anliegen und Monopole gefordert hatten, errangen die Grünen Sitze im Bundestag und erzielten bei den nationalen Wahlen 5,6 % der Stimmen.

1998 stimmten die Grünen mit der SPD einem Regierungsprogramm zu und erhielten drei Ministerportfolios. Yoshka Fisher, der ehemalige Führer der parlamentarischen Fraktion der Partei, wurde Außenminister Deutschlands.

 

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